Digitale Souveränität gewürdigt: Marokkos Ministerin Amal El Fallah Seghrouchni erhält afrikanischen Exzellenzpreis in Paris

Amal El Fallah Seghrouchni bei einer Pressekonferenz auf einer Bühne
Foto: Web Summit, Lizenz CC BY 2.0, Quelle: Wikimedia Commons

Marokkos Ministerin für digitale Transformation und Verwaltungsreform, Amal El Fallah Seghrouchni, ist bei der ersten Ausgabe der Africa Next Awards in Paris mit dem Afrikanischen Exzellenzpreis in der Kategorie „Künstliche Intelligenz, digitale Souveränität und öffentliche Innovation“ ausgezeichnet worden. Die Verleihung fand am 3. September 2026 im Pariser Varieté-Theater Folies Bergère statt. Die neu geschaffenen Africa Next Awards sollen künftig jährlich afrikanische Führungspersönlichkeiten und Mitglieder der Diaspora würdigen, die sich um digitale Entwicklung, Innovation und wirtschaftlichen Fortschritt auf dem Kontinent verdient gemacht haben.

Anerkennung für Verwaltungsreform und KI-Politik

Die Jury begründete die Auszeichnung mit dem Beitrag der Ministerin zur Modernisierung der marokkanischen Verwaltung, zum Ausbau nationaler KI-Kapazitäten und zur Stärkung der digitalen Souveränität des Landes. Seit ihrem Amtsantritt im Oktober 2024 hat El Fallah Seghrouchni, die zuvor als Professorin an der Pariser Sorbonne-Universität forschte und das Internationale Zentrum für Künstliche Intelligenz Marokkos an der Universität Mohammed VI Polytechnique leitete, eine Reihe von Programmen vorangetrieben. Dazu zählt eine Roadmap zur digitalen Verwaltungstransformation für den Zeitraum 2026 bis 2030 sowie die Initiative „AI Made in Morocco“, mit der einheimische Kompetenzen in der Entwicklung Künstlicher Intelligenz gestärkt werden sollen.

JAZARI-Institute und Ausbildungsoffensive

Ein zentrales Element ihrer Digitalstrategie ist der Aufbau eines landesweiten Netzwerks spezialisierter KI-Institute unter dem Namen JAZARI. Den Auftakt bildet „JAZARI Root“ in Rabat mit souveräner Dateninfrastruktur, Forschung und einer Startup-Förderung, ergänzt um „JAZARI Industrie X.0″ in Fès für industrielle KI-Anwendungen, Robotik und vorausschauende Wartung. Weitere Institute mit Schwerpunkten auf intelligenten Städten und erneuerbaren Energien sind geplant, langfristig sollen alle zwölf Regionen Marokkos abgedeckt werden. Parallel dazu hat sich das Ministerium zum Ziel gesetzt, ab 2030 jährlich rund 100.000 digital ausgebildete Fachkräfte hervorzubringen, um den heimischen Bedarf an IT- und KI-Talenten langfristig aus eigener Kraft zu decken. Ergänzt wird die Strategie durch den gemeinsam mit dem UN-Entwicklungsprogramm UNDP eingerichteten „Hub für digitale Entwicklung und nachhaltige Entwicklung“ (D4SD), der den Wissenstransfer zwischen Marokko, weiteren afrikanischen Staaten und der arabischen Welt fördern soll.

Marokko positioniert sich als digitaler Vorreiter

Die Auszeichnung fügt sich in eine Reihe internationaler Signale, mit denen Marokko seine digitalen Ambitionen unterstreicht. Bereits im Rahmen der Strategie „Maroc Digital 2030″ hatte die Regierung angekündigt, mit gezielten Investitionen in Künstliche Intelligenz und digitale Infrastruktur einen zweistelligen Milliardenbeitrag zum Bruttoinlandsprodukt erzielen zu wollen. Mit dem Preis aus Paris erhält die marokkanische Digitalpolitik nun auch international sichtbare Anerkennung – ein Signal, das die Regierung nach eigenem Bekunden als Ansporn versteht, die Modernisierung der öffentlichen Verwaltung und den Ausbau der KI-Kompetenzen weiter zu beschleunigen.

Quellen: La Nouvelle Tribune, Morocco World News, Mondafrique

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