Erstes China-Afrika-Forschungszentrum Nordafrikas entsteht in Rabat

Afrikanische Nationalflaggen im Tagungssaal eines FOCAC-Treffens in Peking (Symbolbild)
Foto: Sobaka, Lizenz CC BY-SA 4.0, Quelle: Wikimedia Commons

Marokko bekommt das erste China-Afrika-Forschungszentrum Nordafrikas: Die Nationale Verwaltungshochschule ENA in Rabat und das China-Afrika-Institut haben am Mittwoch, 28. Oktober, ein Kooperationsabkommen unterzeichnet und das gemeinsame Zentrum im Beisein hochrangiger marokkanischer und chinesischer Vertreter eingeweiht.

Forschung und Führungskräfteausbildung unter einem Dach

Das Zentrum ist an der ENA angesiedelt und soll Grundlagen- wie angewandte Forschung zu Fragen von Staatsführung, Modernisierung und wirtschaftlicher Entwicklung betreiben. Zugleich vereinbaren beide Seiten Weiterbildungsprogramme für Beamte, Funktionsträger und Führungskräfte in Marokko und China, und zwar in Schwerpunktbereichen, die noch näher definiert werden. Rechtlicher Rahmen ist der Beijing-Aktionsplan für die Jahre 2025 bis 2027.

Unterzeichnet wurde das Abkommen von ENA-Direktorin Nada Biaz und Ye Hailin, dem Präsidenten des China-Afrika-Instituts. Ye führte zugleich die Delegation der Chinesischen Akademie für Sozialwissenschaften (CASS) an, unter deren Dach das Institut 2019 in Peking gegründet wurde. Aus der CASS reiste auch Ma Yuan, stellvertretender Generalsekretär und Leiter des China-Zentrums für internationalen Wirtschaftsaustausch, nach Rabat.

Stimmen aus Rabat

Biaz bezeichnete die Vereinbarung sinngemäß als gemeinsames Bekenntnis zu einer dauerhaften Partnerschaft, die auf gegenseitigem Vertrauen beruhe. Das Zentrum biete der Zusammenarbeit beider Seiten einen institutionellen Anker. Chinas Botschafter in Marokko, Yu Jinsong, sprach von einem konkreten Schritt zur Umsetzung der Ergebnisse des Pekinger FOCAC-Gipfels und einem Beleg für die wachsende strategische Partnerschaft beider Länder. Ma Yuan beschrieb das Zentrum als Raum für Reflexion, Experimente und wissenschaftliche Produktion, auch zu Modernisierung und Staatsführung.

Zehn Jahre strategische Partnerschaft

Der Zeitpunkt ist kein Zufall: Marokko und China haben im Mai 2016 beim Staatsbesuch von König Mohammed VI. in Peking eine strategische Partnerschaft begründet, 2026 jährt sich diese zum zehnten Mal. Die diplomatischen Beziehungen bestehen seit dem 1. November 1958. Beim FOCAC-Gipfel in Peking im September 2024 hatte China zugesagt, 25 China-Afrika-Forschungszentren und ein kontinentales Wissensnetzwerk zu unterstützen; das Zentrum in Rabat reiht sich in dieses Vorhaben ein.

Die akademische Annäherung hat Vorläufer: Im April 2025 unterzeichneten die CASS und das marokkanische Policy Center for the New South ein Kooperationsabkommen, im September 2025 besuchte eine CASS-Delegation bereits die ENA in Rabat und sprach über Ausbildung, Forschung und den Austausch von Verwaltungsexpertise.

Quellen: Morocco World News

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