Moulay Yacoub, Sidi Harazem, Aïn Allah: Der Mittlere Atlas als Ziel für therapeutisches Reisen

Blick auf die Thermalquellen-Ortschaft Moulay Yacoub in der Region Fès-Meknès

Der Mittlere Atlas rund um Fès gilt in Marokko seit Langem als Region der heilenden Quellen. Drei Orte stechen dabei besonders hervor: Moulay Yacoub, Sidi Harazem und Aïn Allah – jeder mit einem eigenen Wasser, einer eigenen Geschichte und einem eigenen Anspruch auf therapeutische Wirkung.

Moulay Yacoub: schwefelhaltiges Tiefenwasser

Rund 20 Kilometer nördlich von Fès liegt Moulay Yacoub, benannt nach einem gleichnamigen Heiligen. Das dortige Thermalwasser steigt aus rund 1.500 Metern Tiefe auf und erreicht an der Oberfläche eine Temperatur von etwa 54 Grad Celsius. Es ist reich an Schwefelverbindungen und wird traditionell zur Linderung von Gelenkbeschwerden und verschiedenen Hauterkrankungen genutzt. Der Ort verfügt über etablierte Thermalbad-Einrichtungen, die sowohl von Einheimischen als auch von Kurgästen aus dem In- und Ausland aufgesucht werden.

Sidi Harazem: sanftes Wasser mit langer Tradition

Sidi Harazem, ebenfalls in der Nähe von Fès gelegen, ist bereits seit der Antike für sein Wasser bekannt. Im Unterschied zu Moulay Yacoub gilt das Wasser hier als deutlich milder und wird vor allem seine entschlackende, harntreibende Wirkung geschätzt. Die Anlage präsentiert sich als gartenähnliches Gelände mit Obstbäumen, das neben dem eigentlichen Thermalbereich auch zum Verweilen und Spazieren einlädt – ein Ort, der ebenso von Pilgern wie von Erholungssuchenden aufgesucht wird.

Aïn Allah: die informelle Quelle

Rund 14 Kilometer von Fès entfernt liegt mit Aïn Allah die dritte, deutlich ursprünglichere Quelle der Region. Aus einem artesischen Brunnen von etwa 1.650 Metern Tiefe tritt hier Wasser mit einer konstanten Temperatur von rund 30 Grad Celsius an die Oberfläche. Anders als die beiden anderen Standorte ist Aïn Allah kaum touristisch erschlossen: Der Ort wirkt eher rustikal und wird vor allem von der lokalen Bevölkerung genutzt, die dort traditionelle Massage- und Peeling-Rituale pflegt.

Zusammen ergeben die drei Fundorte ein Bild des Mittleren Atlas als Region, in der jahrhundertealte Bade- und Heiltraditionen bis heute lebendig sind. Während Moulay Yacoub und Sidi Harazem zunehmend auch als Ziele für einen strukturierten Wellness- und Kurtourismus vermarktet werden, bewahrt Aïn Allah bislang seinen ursprünglichen, informellen Charakter – ein Kontrast, der die Vielfalt des therapeutischen Reisens in Marokko besonders anschaulich macht.

Quelle: Le360

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